Sanierung

DIE ARBEITSSCHRITTE EINER ROHRSANIERUNG MITTELS IMPREGLINER

Die optimale Sanierung erfolgt in mehreren Arbeitsschritten. Diese sind im Einzelnen:

VORBEREITENDE MASSNAHMEN FÜR DIE SANIERUNG

Baustellensicherung

Die ausreichende Baustellensicherung vor Beginn der Sanierung ist wesentlich. Alle notwendigen Beschilderungen, Umleitungen und Absperrungen sind vorzunehmen.

Eventuelle Sperrungen müssen rechtzeitig im Vorfeld bei den entsprechenden Behörden angezeigt werden.

Wasserhaltung

Je nach Kanalart und Dimensionierung der zu sanierenden Haltung ist die Aufrechterhaltung der Vorflut zu gewährleisten. Während der Installation ist sicherzustellen, dass der Sanierungsabschnitt nicht in Betrieb ist. Gegebenenfalls sind entsprechende Absperrblasen zu setzen und eine Umleitung des Abwassers vorzunehmen.

Absperrblasen sind mit großer Sorgfalt zu setzen! Der Druck, welcher durch das gestaute Wasser erzeugt wird, kann lebensgefährliche Situationen hervorrufen!

Fräsarbeiten an der Haltung

Hindernisse wie Wurzeleinwuchs, Fremdkörper, Scherben oder Muffenversätze, die eine durchgängige Rohrreinigung verhindern oder beim Einziehen des Liners zu dessen Beschädigung führen könnten, sind durch geeignete Roboter oder manuell zu entfernen.

Rohrversätze verengen nicht nur erheblich den Querschnitt in der Haltung, je nach Lagenversatz kann die Hydraulik auch bei geringer Kapazitätsauslastung so gestört werden, dass eine verstärkte Ablagerung zu erwarten ist.

Einmessen von Zuläufen

Zuläufe sind vor der Linerinstallation exakt einzumessen. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Zuläufe nach der Installation ohne Fehlbohrungen wieder geöffnet werden können. Es hat sich in der Praxis bewährt, dass dieselbe Person die Anschlüsse aufnimmt und wieder öffnet.

Reinigen der Leitung

Die Reinigungsverfahren sind so zu wählen, dass eine weitere Beschädigung des schadhaften Kanals vermieden wird. In der Regel wird ein Wasserhochdruck- und hydro- mechanisches Reinigungsverfahren zur Entfernung von Inkrustationen verwendet.

 

TV-KAMERABEFAHRUNG VOR DEM LINEREINZUG

Die TV-Inspektion dient der letztmaligen Kontrolle der zu sanierenden Haltung vor der Linerinstallation. Diese TV-Inspektion muss aufgezeichnet werden, um zu dokumentieren, dass der Kanal die nötige Voraussetzung für die Sanierungsmaßnahme gewährleistet.

VORBEREITENDE ARBEITEN VOR DEM LINEREINZUG

Einzug der Gleitfolie

Nach der TV-Inspektion sollte über die Kamera oder über die Spülausrüstung ein Seil mit in das Rohr eingezogen werden. Mit diesem Seil zieht man das Zugseil und die Gleitfolie in das Rohr. Um das Verdrehen der Gleitfolie während des Einzugs zu vermeiden, ist ein Drallfänger einzusetzen. Die Lage der Gleitfolie ist nach dem Einzug zu kontrollieren. Das Zugseil muss so eingebracht werden, dass es auf der Gleitfolie liegt.

Die Gleitfolie muss im Anfangsschacht unter einer Sperrblase im entgegengesetzten Schacht oder am Schachtboden mit Bodenankern befestigt werden. Die Folie dient als Gleit- und Schutzfolie für den Einzug des iMPREGLiners in die schadhafte Abwasserleitung.

Linerkopf einbinden

Bevor der Liner eingezogen werden kann, ist ein sogenannter „Zugkopf” zu binden. An diesem Linerkopf wird dann das Windenseil mit einem Drahllfänger besestigt. Der Liner ist vor dem Herablassen in den Schacht auf die halbe Breite einzufalten. Der so gefaltete Liner wird dann so einem Mitarbeiter im Schacht übergeben.

INSTALLATION DES IMPREGLINERS

Der Einzug des Liners

Der Inliner sollte so lange wie möglich in der Transportverpackung verbleiben, um unnötige äußere Einflüssen zu vermeiden. Bitte beachten Sie, dass bei niedrigen Temperaturen die Linerinnenfolie an Elastizität verliert und das Harz zum Weißbruch neigt.

Die Lager- und Verarbeitungstemperaturen von 5 – 25 °C dürfen nicht über- bzw. unterschritten werden. Bitte beachten Sie den Begleitzettel. Die Linertemperatur kann mittels Infrarotmessgerät überprüft werden.

Ein Mitarbeiter führt den Liner ins Rohr ein und überwacht den korrekten Einzug. Über eine Seilwinde und die entsprechend vorgesehenen Umlenkrollen ist der Inliner kontinuierlich in Fließrichtung in das zu sanierende Rohr einzuziehen.

Zur Verringerung der Einzugskräfte ist es zweckmäßig, vor dem Einzug ein biologisch abbaubares Öl auf die Gleitfolie aufzutragen.

Dabei darf die Einzugsgeschwindigkeit keinesfalls 5 m/min überschreiten. Weiterhin dürfen die dimensionsabhängigen maximalen Einzugskräfte nicht überschritten werden.

Der Einzug mittels Seilwinde wird solange fortgesetzt bis der Zugkopf ca. 30 – 40 cm im Stromabwärtsschacht angekommen ist. Das Linerende wird je nach Schachttiefe über ein Seil in den Schacht herabgelassen.

Hat der Liner seine endgültige Position erreicht, ist der Einzug beendet und das Stahlseil und die Umlenkrollen können entfernt werden.

Am Endschacht wird abschließend der Liner so abgeschnitten, dass noch ca. 0,5 m vom Rohr in den Schacht hineinragen.

Montage der Stützkappen

Stützkappen müssen am Lineranfang, am Linerende und im Bereich von eventuellen Zwischenschächten montiert werden. Die Stützkappen stellen sicher, dass sich der Liner beim Aufstellen in den Bereichen, in denen er sich nicht an der Rohrinnenwand abstützen kann, nicht überdehnt und platzt.

Montage des Packers

Am Anfangsschacht wird nun der Packer montiert und mit mindestens zwei Spanngurten befestigt. Nun kann das Aushärteseil in den Liner eingebracht werden. Dazu wird der Packer mit dem Kompressor bzw. erdichter verbunden und mit Druckluft beaufschlagt.

Am Endschacht muss der Liner so abgedrückt werden, dass er sich langsam aufstellt. Das Aushärteseil ist über den durch iMPREG eingebrachten Kevlarfaden auszutauschen.

Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, dass das Seil gerade und nicht über Eck gezogen wird. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Kevlarfaden die Innenfolie zerschneidet.

Einbringen der UV-Lichtquelle

Die nennweitenbezogene Lichtquelle wird nun am Aushärteseil befestigt und in den Schacht herabgegeben.
Mittels Druckluft wird der Liner erneut leicht aufgestellt, so dass das Einbringen der Kette ohne Beschädigung der Innenfolie möglich ist.

Die Kette muss mit größter Sorgfalt in den Liner eingeführt werden. Es ist darauf zu achten, dass die Räder bzw. Kettenteile nicht die Innenfolie beschädigen.

Nach dem Einbringen der UV-Lichtquelle kann nun auch die Montage des Packers im Endschacht erfolgen.
Sind die Packer im Anfangs- sowie Endschacht montiert und mit dem Druckluftschlauch verbunden. Ist die gelbe Außenfolie am Anfangs- und Endschacht aufzuschneiden bzw. in trockenen Haltungen komplett abzuschneiden.

In den Zwischenschächten ist ein ca. 5 – 10 cm langer Längsschnitt in die Lineraußenfolie durchzuführen, damit die Luft, welche durch die Montage der Packer eingeschlossen wurde, entweichen kann.

Aufstellen des Liners

Das Aufstellen mit Druckluft muss in mehreren Schritten erfolgen. Der Liner wird langsam und etappenweise mit 0,02 bar/min bis zum Erreichen des Arbeitsdruckes aufgestellt. Es hat sich bewährt, bei dieser Aufstellphase 3 – 5 kurze Pausen von ca. 5 Minuten einzuhalten.

Der Arbeitsdruck ist während der gesamten Aushärtungsphase gleichmäßig aufrecht zu halten!

Durchzug der UV-Lichtquelle mit Kameraüberwachung

Nach dem Erreichen des Arbeitsdrucks ist dieser ca. zehn Minuten zu halten, um sicherzustellen, dass der Liner beim Einzug der UV – Lichtquelle nicht beschädigt wurde. Währenddessen kann begonnen werden, die noch ausgeschaltete Lichtquelle in den Startschacht zu ziehen. Dabei muss der Liner mittels Kamera optisch kontrolliert werden. Dieser Durchzug ist auch per Videoaufzeichnung zu dokumentieren.

AUSHÄRTUNG DES IMPREG LINERS

Nach der optischen Kontrolle kann die Aushärtung mit dem Anschalten der UV-Lampen und dem anschließenden Durchzug der Lichtquelle in Richtung Zielschacht begonnen werden. Dabei sind die nennweitenabhängigen Zündzeiten, Geschwindigkeiten und Belichtungszeiten gemäß Installationshandbuch zu beachten.

Weiterhin sind während der gesamten Aushärtephase die Geschwindigkeit und die gemessenen Temperaturen über die Temperatursensoren kontinuierlich zu prüfen und zu protokollieren.

Ist die Lichtquelle am Endpacker angekommen, sind die Lampen entsprechend der Tabelle abzuschalten. Damit ist die Aushärtung des iMPREGLiners beendet.

Die gesamte Aufstell- und Aushärtephase ist zu dokumentieren!

 

ARBEITEN NACH DER LINERAUSHÄRTUNG

Das Entfernen der Packer und das Abschneiden des Liners

Nach der schonenden Abkühlung des Liners (ca. zehn Minuten) werden die Packer entfernt. Der Liner wird mittels Luftflex an den Rohrenden abgeschnitten. Dieser Bereich muss später mit einem geeigneten System an das Altrohr angebunden werden.

Entfernen der Innenfolie

Die Innenfolie muss nach dem Abschneiden aus dem Haltungsbereich herausgezogen werden. Dafür sollte am Stromabwärtsschacht ein Seil mit dem Ende der Innenfolie verbunden werden. Durch Ziehen des Seils am Stromaufwärtsschacht wird die Innenfolie dann herausgestülpt.

DICHTHEITSPRÜFUNG UND BAUSTELLENPROBE

Dichtheitsprüfung

Die haltungsweise Dichtheitsprüfung dient als Zwischenprüfung des ausgehärteten Liners vor dem Öffnen der Seitenzuläufe. Die Prüfung mit dem entsprechenden Prüfdruck, Druckabfall und Prüfzeit hat in Anlehnung an die DIN EN 1610 zu erfolgen.

Baustellenprobe

Das repräsentative Probestück ist die Referenz der eigenen Arbeitsleistung und die Visitenkarte des Unternehmens.

Grundsätzlich ist jede Baustellenprobe nach der Entnahme optisch zu überprüfen. Dabei sind folgende Punkte zu beachten:

1. Unter Abzug der Reinharzschichten und dem Außenvlies ist die Verbundwanddicke zu überprüfen!
2. Die Oberfläche des Probestücks darf keine Poren, Falten oder Lunker aufweisen!
3. Eine ausreichende UV-Bestrahlung / Aushärtung des Entnahmebereiches muss sichergestellt sein!
4. Die Probe darf keine offensichtlichen Auffälligkeiten im Laminat aufweisen!

Die Proben werden in der Regel aus dem Schachtbereich entnommen. Steht in den Schachtbereichen keine repräsentative Probe zur Verfügung, muss ein Probestück aus der Haltung entnommen werden. In diesem Fall ist im Vorfeld der Auftraggeber zu informieren.

 

ABSCHLUSSARBEITEN

Wiederherstellen der Zuläufe

Für die Wiederherstellung der Zuläufe werden druckluft- oder hydraulisch betriebene Fräsroboter unter Kameraüberwachung eingesetzt. Nachdem die ursprünglichen Messpunkte im Schacht mit dem neuen Rohrende abgestimmt worden sind, kann der Anwender vom Steuerungs- und Überwachungsfahrzeug die Fräsarbeiten beginnen.

Sanierung von Zuläufen

Falls erforderlich, müssen auch die Zuläufe durch geeignete Verfahren wie z.B. durch Hutprofiltechnik oder Injektionsverfahren saniert werden.

Anbindung des Linerendes

Das Anbinden des Liners an das Altrohr kann durch verschiedene Systeme erreicht werden. Systeme für die wasserdichte Ausbildung der Anschlussbereiche:

  • Anbindung der Schlauchliner mittels Epoxidharzspachtel
  • Anbindung der Schlauchliner mittels Kunstharzmörtel
  • GFK Laminate
  • Verpressen mit PU- oder EP-Harzen
  • Einbau einer Schlauchlinerendmanschette
  • TV-Kamerabefahrung nach der Sanierung
  • TV-Abnahmebefahrung

Nach Abschluss der Arbeiten wird die Leitung gespült und anschließend ist der sanierte Leitungsabschnitt optisch zu inspizieren. Diese TV-Inspektion dient als Nachweis der sachgemäß ausgeführten Sanierung. Weiterhin sollten an den Start- und Endschächten entsprechende Kennzeichnungen gemacht werden:

  • iMPREGLiner / UV-Aushärtung
  • Haltungsbezeichnung
  • Nennweite und Wanddicke des Inliners
  • Datum der Installation
  • Dokumentation und Prüfung

Bitte prüfen Sie vor jeder Installation Ihre Geräteausstattung auf Funktionalität und Sicherheit. Weiterhin sollten Sie vor der Installation eine optische Kontrolle des von uns gelieferten Liners durchführen und das beigelegte Datenblatt sorgfältig kontrollieren. Sind Nennweitendurchmesser, Haltungslänge und Wanddicke korrekt, kann der Liner installiert werden. Weiterhin sollte die TV-Inspektion vor und nach der Installation aufgezeichnet werden.

Während der Installation sind die folgenden Parameter aufzuzeichnen:
– Einzugskräfte
– Aufstelldrücke
– Arbeitsdrücke
– über die Sonden gemessene Temperaturen
– Durchzugsgeschwindigkeit der UV-Lichtquelle

Prüfungen von Baustellenproben im Labor:
– Kurzzeit-E-Modul und Kurzzeitbiegefestigkeiten
– Wanddicke
– Wasserdichtheit

Grundsätzlich ist eine Rückstellprobe (Baustellenprobe) für die Dauer der Gewährleistungsfrist im Unternehmen zu archivieren.