Baustellenproben

EINFLUSS UND BEDEUTUNG EINER KORREKTEN BAUSTELLENPROBE

Nach erfolgter Installation des Schlauchliners wird in der Regel eine Baustellenprobe aus einem der Schachtbereiche entnommen. An dieser Probe werden in einem unabhängigen, akkreditierten Prüflabor die erreichten mechanischen Materialkennwerte, wie das E-Modul und die Biegefestigkeit sowie die Dichtheit ermittelt.

Für die Feststellung der korrekten Materialkennwerte spielt die Verbundwanddicke (tragendes Laminat) des Probestücks eine ausschlaggebende Rolle. Zur Verbundwanddicke gehört nur der Bereich von der innersten bis zur äußersten Glaslage. Reinharz, Folien und Vlies werden nicht mitgemessen. Die äußere Reinharzschicht darf 20% der Verbundwanddicke nicht überschreiten. Daher sollten Proben, die eine stärkere äußere Reinharzschicht aufweisen, verworfen werden.

Des Weiteren sollte die Probenoberfläche keine Poren aufweisen. Auch Baustellenproben mit Auffälligkeiten wie Lagenverschiebungen oder Falten sind für die Prüfung ungeeignet und erreichen keine repräsentativen Ergebnisse.

Die Entnahme einer Baustellenprobe sollte mit der allergrößten Sorgfalt erfolgen, da die Beurteilung der gesamten Haltung in Bezug auf die Leistungserfüllung in Abhängigkeit der Ergebnisse der entnommenen Probe erfolgt! Die Baustellenprobe ist somit die Referenz der erbrachten Arbeitsleistung.

Folgende Standardprüfungen werden im Prüflabor am eingesandten Probestück durchgeführt:

DREIPUNKT-BIEGEVERSUCH GEM. DIN EN ISO 178 / DIN EN 13566-4

zur Ermittlung von

  • E-Modul
  • Biegezugfestigkeit
  • Wanddicke

SCHEITELDRUCKVERSUCH NACH DIN EN 1228 / DIN 53768-3

zur Ermittlung von

  • Umfangs-E-Modul
  • Ringsteifigkeit

NACHWEIS DER WASSERDICHTHEIT DES LAMINATS

Beim Wandausschnitt sollte eine Probe bis etwa DN 500 bzw. 8 mm Wanddicke die Größe eines DIN A 4 Blattes haben. Bei Schlauchlinern mit einer Wanddicke größer 8 mm muss eine entsprechend größere Probe entnommen werden, die Probenlänge sollte dann 30 cm nicht unterschreiten.

Das Probestück ist nach der Entnahme zu beschriften und umgehend lichtdicht (z.B. in Alufolie) zu verpacken. Anschließend ist das Probestück möglichst umgehend an das Prüflabor zu senden. Sollte eine Einsendung nicht sofort möglich sein, ist darauf zu achten, dass das Probestück nicht zu warm gelagert wird.