Ein einzigartiges Projekt mit dem iMPREGLiner

Projekt: Sanierung des Abwasserkanals entlang des Freizeitparks „Liseberg“

Der Ausschuss „Kretslopp och Vatten“ (Kreislauf und Wasser) der Stadt Göteborg hat gemeinsam mit dem Unternehmen Avloppsrallarna einen 1.120 Meter langen kombinierten Abwasserkanal in der Dimension 1.500 mm u. a. entlang des Freizeitparks „Liseberg“ saniert. „Dies war ein schwieriges und einzigartiges Projekt sowohl für uns als auch für das Unternehmen und wir haben viel während des Ausschreibungs- und Realisierungsprozesses des Projekts gelernt“, sagt Projektingenieurin Antje Koppen von Kretslopp och Vatten. iMPREG Projekt Freizeitpark Liseberg Avloppsrallarna

Hintergrund des Projekts sind die Undichtigkeiten, die die Kanäle in Göteborg zum Teil aufweisen, sodass die Stadt aktiv an der Beseitigung von eindringendem Grundwasser arbeitet. Der Durchschnitt der letzten 10 Jahre für eindringendes  Grundwasser liegt in Göteborg bei 57 %, während der aktuelle Zielwert im Aktionsplan für Abwasser 50 % beträgt.

Die aktuelle Projektstrecke verläuft innerhalb des Abflussbereichs für die Pumpstation „Kodammarna“, von der etwa ein Viertel des Abwassers aus Göteborg zur Kläranlage „Ryaverket“ gepumpt wird. Hier liegt der durchschnittliche Durchfluss bei ca. einem Kubikmeter pro Sekunde. Der kombinierte Abwasserkanal verläuft dann entlang und unter dem Pegel des Flusses Mölndalsån. Im Rahmen von Durchflussmessungen im Jahr 2014 wurde festgestellt, dass einige Undichtigkeiten in der Umgebung vorhanden sind, sodass die Kanalstrecke entlang des Nellickevägen für eine genaue Untersuchung ausgewählt wurde. Hier wurden die meisten Undichtigkeiten gefunden. Die derzeitigen Abwasserkanäle wurden in den 1940er Jahren verlegt und der Beton war dementsprechend bereits porös. Die geschätzte Undichtigkeit im Kanal betrug 120 Liter pro Sekunde.

Im Rahmen des Projekts wurde ein kombinierter Abwasserkanal von 1.120 Metern in der Dimension 1.500 mm mit einem glasfaserverstärkten Liner der iMPREG GmbH ausgekleidet, der mit UV-Licht ausgehärtet wurde. Der iMPREGLiner wies eine Wanddicke zwischen 17,6 bis 18,5 mm und ein Gewicht von circa 15 Tonnen pro 100 Meter auf. Gleichzeitig wurden 15 Schächte mittels Verpressung abgedichtet.

Grabenlose Sanierung

Das Projekt wurde zwischen April und Mitte Juni von Avloppsrallarna AB realisiert. Es wurde aufgrund der Neuausschreibung gemäß der sogenannten Rahmenvereinbarung „Flexibelt Foder“ durchgeführt. iMPREG Projekt Göteborg Avloppsrallarna

„Wir haben uns für eine grabenlose Sanierung entschieden, da wir hierdurch den Eingriff in die Umgebung begrenzen konnten. Das Unternehmen musste die Schächte lediglich ausgraben. Bei unserem Projekt wurden zehn Schächteausgehoben, und bereits zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen mit Undichtigkeit aus dem daneben verlaufenden Fluss zu kämpfen.“

Um volle Flexibilität während der Durchführung zu haben, war es zudem erforderlich, dass der unausgehärtete Liner mindestens einen Monat vor der Aushärtung in diesem Zustand bleiben konnte.

„Ein Teil der Kanalstrecke verlief entlang des Freizeitparks ‚Liseberg‘. Hier sollte das Unternehmen so wenige Arbeiten wie möglich ausführen. Eine weitere Bedingung war, dass die Arbeiten außerhalb der Öffnungszeiten des Parks durchgeführt werden, und dass keine Veranstaltungen oder Umbauten stattfinden.“

Vier Ausschreibungen

Zum Projektstart wurde ein Teil der Kanalstrecke zur Reinigung und  Kanalbefahrung im Herbst 2015 ausgewählt. Zwischen 2016 und 2018 erfolgte die Projektentwurfs- und ausschreibungsphase, bei der vier Ausschreibungen zur Durchführung des Projekts erforderlich waren. Das Projekt wurde deswegen aus Kostengründen und wegen einer Neuordnung der Prioritäten auf ein späteres Datum verschoben. Den Abschluss der letzten Ausschreibung bildete die Vertragsunterzeichnung Anfang Dezember 2018 mit Avloppsrallarna.

„Das Unternehmen plante und organisierte die Realisierung Anfang 2019. Die Trockenlegung des Kanals wurden Anfang April 2019 realisiert und die Schlussbesichtigung erfolgte am Montag, den 17. Juni.“

Die Vertragssumme belief sich auf 13,9 Millionen SEK (1,32 Mio. €).

Västlänken hinzugefügt

„Zwischenzeitlich haben wir eine Zusatzstrecke von 95 m angefordert, die in den 1.120 Metern enthalten ist. Dies erfolgte im Zusammenhang mit der Umstrukturierung des Abwasserkanals vor Västlänken (Westanbindung) bei Örgrytemotet für 1,7 Millionen SEK (162 Tsd. €). Die Spülung und Reinigungsarbeiten des Kanals waren sehr viel aufwendiger als vermutet und das Angebot umfasste lediglich einen diesbezüglich geregelten Posten. Darüber hinaus wiesen der Kanal und die Brunnen deutlich mehr Undichtigkeiten auf als im Jahr 2015 gemessen und geschätzt.“ iMPREG Projekt Liseberg Avloppsrallarna sewer

Bisher belaufen sich die Kosten für das Projekt auf 16,7 Millionen SEK (1,59 Mio. €). Diese werden letzten Endes vermutlich jedoch steigen.

„Dies war ein schwieriges und einzigartiges Projekt sowohl für uns als auch für das Unternehmen und wir haben viel während des Ausschreibungs- und Realisierungsprozesses des Projekts gelernt. Wir sind sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie das Projekt letztendlich durchgeführt wurde“, so Antje Koppen.

Gute Zusammenarbeit

„Während des Projekts war es wichtig, dass sich unsere Betriebseinheit, das Team von Liseberg und das Unternehmen gut abstimmen. Das ist uns laut Ansicht aller Beteiligter gelungen. Das Unternehmen musste außerdem Bauarbeiten berücksichtigen (neue Büros für Peab), die während der Projektlaufzeit im Gange waren und sein Arbeitsgebiet kreuzten. Wir haben versucht, alle Beteiligten frühzeitig bereits in der Projektentwurfsphase mit einzubeziehen, um das Projekt so reibungslos wie möglich durchführen zu können.“

Es wurden Proben von vier Strecken genommen und an die RISE (Research Institutes of Sweden) zur Untersuchung gesendet. Geprüft wurde auf Dreipunkt-Biegung, Kurzzeit-Werte und Reststyrolgehalt.

„Uns liegen zwar noch nicht alle Resultate vor, aber zwei Strecken weisen positive Ergebnisse auf.“

Text und Fotos: Mit Genehmigung von Avloppsrallarna AB
Den Originalbericht können Sie hier nachlesen: www.sstt.se